Der August ist modisch eine kleine Zwischenwelt. Morgens denkt man kurz an eine Jacke, nachmittags ist wieder Hochsommer und die ersten Herbstlooks fühlen sich irgendwie noch viel zu früh an.

Beim Schmuck ist das eigentlich ziemlich praktisch. Denn statt von Sommer direkt auf Herbst umzuschalten, lassen sich beide Stimmungen miteinander verbinden.

Knallige Sommerfarben werden etwas ruhiger, klassische Perlen bekommen moderne Begleiter und Schmuckstücke, die im Juni noch nach Urlaub aussahen, funktionieren plötzlich auch zum ersten Strickteil.

Was macht Spätsommer-Schmuck aus?

Spätsommer-Schmuck ist weniger eine bestimmte Schmuckart als eine Stimmung. Typische Sommermotive und Farben verschwinden noch nicht, werden aber anders kombiniert.

Statt sehr bunter Kombinationen können einzelne kräftige Farben neben neutraleren Tönen stehen. Perlmutt, transparente Elemente und glänzende Oberflächen erinnern weiterhin an Sommer und

Wasser, während Gold- und Silbertöne oder dunklere Akzente den Look langsam in Richtung Herbst bringen.

Genau dieser Kontrast macht die Zeit gerade interessant.

 

Sommerfarben müssen im August nicht verschwinden

Rosa, Rot, Blau, Grün oder Gelb haben kein Ablaufdatum am 31. Juli.

Entscheidend ist eher, wie die Farben miteinander kombiniert werden. Eine sehr bunte Mischung wirkt schnell hochsommerlich. Wird dagegen eine kräftige Farbe gezielt eingesetzt und mit ruhigeren Tönen kombiniert, verändert sich der gesamte Eindruck.

Besonders spannend sind Kombinationen, die nicht ganz offensichtlich zusammengehören. Rosa mit einem dunkleren Rot. Blau mit warmen Naturtönen. Grün zusammen mit Perlmutt. Oder transparente Elemente neben kräftigen Farben.

Wer Schmuck selbst gestaltet, kann genau damit spielen: Eine vertraute Sommerkette muss nicht komplett neu gedacht werden. Manchmal reicht schon eine andere Farbbalance.

Perlen funktionieren auch jenseits des klassischen Sommerlooks

Perlen werden häufig mit leichten Sommeroutfits verbunden – dabei können sie deutlich mehr.

Besonders interessant wird es, wenn klassische und moderne Elemente aufeinandertreffen. Eine Perlenkette wirkt zu einem T-Shirt anders als zu einem Strickshirt. Filigraner Perlenschmuck kann neben einem gröberen Kleidungsstück plötzlich viel moderner aussehen.

Auch unterschiedliche Formen und Größen verändern die Wirkung. Gleichmäßige Perlen wirken eher ruhig und klassisch, unregelmäßige Formen lockerer und individueller.

Der Spätsommer ist deshalb ein guter Zeitpunkt, Schmuck nicht sofort auszutauschen, sondern ihn einfach anders zu kombinieren.

Von maritim zu spätsommerlich

Muscheln, Fische, Früchte und andere sommerliche Motive gehören für viele zum typischen

Sommerschmuck. Im August muss man sie trotzdem nicht direkt wieder wegpacken.

Der Unterschied liegt auch hier in der Kombination.

Ein einzelnes sommerliches Motiv kann wesentlich ruhiger wirken als eine komplett maritime Kette.

Auch Farben verändern den Charakter: Ein Meeresmotiv zwischen vielen leuchtenden Blautönen wirkt sofort nach Strand. Das gleiche Motiv mit Perlen, transparenten Elementen oder neutraleren Farben kann deutlich weniger saisonal aussehen.

So lässt sich Sommerschmuck oft länger tragen, als man zunächst denkt.

Schmuck als Übergang zwischen zwei Jahreszeiten

Gerade Übergangszeiten sind spannend, weil noch nicht alles eindeutig sein muss.

Sommerfarben dürfen neben dunkleren Tönen stehen. Leichte, verspielte Schmuckstücke funktionieren zu Strick. Perlen können mit Metall kombiniert werden. Und ein kleines Urlaubsmotiv darf auch im September noch bleiben.

Wer Schmuck selbst gestaltet, hat dabei einen großen Vorteil: Man muss nicht auf den einen fertigen Look festgelegt sein. Farben, Formen und Stil lassen sich genau so zusammenstellen, wie sie zur eigenen Garderobe passen.

Der Sommer ist noch nicht fertig

Vielleicht ist genau das unser Lieblingsgedanke für den August.

Wir müssen uns noch nicht zwischen Sommer und Herbst entscheiden.

Die bunten Ketten dürfen bleiben. Die Perlen sowieso. Gleichzeitig können die Farben langsam ruhiger und die Kombinationen etwas kontrastreicher werden.

Und wenn im September immer noch eine kleine Sardine an der Kette hängt?

Dann ist das eben so.

Lidija von Oepen